Streunen

In der Slowakei, aber in Tschechien: Uherské Hradiště

gepostet von Stadtstreunerin 30. August 2020

Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal in der tschechischen Stadt Uherské Hradiště zu Besuch war, habe ich mich sehr gewundert: Die Stadt hat einen ungarischen Namen (Uherské heißt Ungarisch auf Tschechisch; auch auf Deutsch heißt die Stadt Ungarisch Hradisch). In der Stadt selbst befinden sich aber viele Hinweise auf die Slowakei. Es gibt ein slowakisches Theater, ein slowakisches Museum… Was hat das zu bedeuten?

Ein slowakisches Museum?

Ein slowakisches Theater?

Bei meinem zweiten Besuch diesen Sommer bin ich schon deutlich weniger verwirrt: Ganz klar, Uherské Hradiště ist das Zentrum der Mährischen Slowakei! Die Mährische Slowakei ist eine Region im Osten Tschechiens, die an die slowakische Slowakei grenzt. Und der Bezug zu Ungarn ist historisch bedingt: Im 15. Jahrhundert hat der ungarische König Matthias Corvinus die Stadt belagert – allerdings erfolglos.

Mährische Slowakei, ganz traditionell

Heute wird Uherské Hradiště nicht belagert, im Gegenteil, die Stadt ist sehr friedlich und beschaulich. Hier geht es gemütlich zu, kein Wunder, schließlich wurde die Altstadt auf einer Insel in der March errichtet! Heute ist von der Insel zwar nicht mehr viel zu sehen, aber die denkmalgeschützte Innenstadt bietet auf jeden Fall viele Gelegenheiten, dem ruhigen Leben an der March nachzugehen – mit zwei großen Plätzen und einigen netten Cafés rund um die hübschen Häuser, die an kaiserliche und königliche Zeiten erinnern.

Gemütlich – gemütlicher – Sonntagnachmittag!

Die ehemalige Synagoge, heute eine Bibliothek

Kreuzung mit Nadelbaum

Hauptplatz Nummer 1…

…und Hauptplatz Nummer 2

Eine Gefahr birgt die Lage der Innenstadt aber doch: Immer wieder wird sie von der March überflutet. Zum Glück aber nicht ausgerechnet an dem Sonntagnachmittag, an dem ich durch Uherské Hradiště spaziere!

Erinnerung an das Hochwasser von 1997

Dabei wirkt die March so harmlos…

Und meine Erkenntnis nach dem Wochenende? Wer Tschechien (oder doch die Slowakei…?) abseits der ausgetretenen Pfade kennenlernen will, ist in Uherské Hradiště genau richtig. In diesem Sinne: Brzy se uvidíme znovu!

Sogar die Tauben chillen hier!


Anreise: 

Mit dem Zug fährt man von Wien etwa zwei Stunden nach Uherské Hradiště. Kleiner Bonus: Der Bahnhof zählt zu den schönsten von ganz Tschechien!

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