Streunen

Auf der Suche nach dem Eis – eine winterliche Radtour in die Seestadt

gepostet von Stadtstreunerin 16. Januar 2020

Kaum eine Schneeflocke ist heuer in Wien gefallen, es ist bereits Mitte Jänner und ein Winter „wie damals“ (sprich, wie in Zeiten vor der großen Erderwärmung) lässt weiterhin auf sich warten. Wären da nicht die trüben Nebeltage mit ihren Temperaturen rund um null Grad, würde ich von der kalten Jahreszeit heuer wohl kaum etwas mitkriegen. So aber gibt es doch ab und zu frostige Nächte und damit auch zumindest eine dünne Eisschicht auf einigen Wiener Gewässern. 

Und eine Eisschicht ist natürlich mein Stichwort! Nach den Radtouren rund um das Eis im Winter 2017 und im Winter 2018 nahm ich diese Tradition der winterlichen Eiserkundung heuer wieder auf und begab mich an einem halb bewölkten, halb sonnigen Winternachmittag auf die Suche nach dem Eis. 

Zuerst fuhr ich die Alte Donau entlang und beobachtete eine Weile das Treiben auf der Eisfläche und in dem großen Wasserloch, wo sich alle Wasservögel treffen, wenn es zufriert. Ihr Gekreische war sogar noch lauter als der Baulärm am Ufer gegenüber! Nur die Schwäne blieben davon völlig unbeirrt und ließen sich ans Ufer locken.

Da ist es, das Eis!

Knallrote Abwechslung im Wintergrau

Hallo Schwan!

Schnapp, schnapp!

So viel Weite in Wien

Nach der Alten Donau fuhr ich dann ein Stück die eisfreie Neue Donau entlang, bis ich beim Biberhaufenweg in die Lobau abbog. Die Dechantlacke war sogar komplett zugefroren! Das Klirren und Surren des Eises begleitete meinen weiteren Weg durch das Dickicht. Und als die Sonne hinter den Wolkenschleiern und dem dichten Schilf unterging, fand ich den braun-grauen Winter durchaus stimmungsvoll.

Wenn es Abend wird in der Lobau

Ein paar fragwürdige Entscheidungen bei Abzweigungen später landete ich dann beim ebenfalls zugefrorenen, aber noch lange nicht begehbaren Fasangartenarm. Dort fühlte ich mich mal ganz alleine (und ein bisschen verloren). Aber dann entdeckte ich die Spuren der Wildschweine im Schlamm… Zum Glück fand ich bei der Saltenstraße doch wieder den Weg aus der Lobau heraus!

Leider kein Wegweiser!

Der Weg ist frei

Schließlich radelte ich in die Seestadt und fand auf dem namensgebenden See eine sehr, sehr dünne Eisschicht. Immerhin! Spektakulärer als das Eis war aber der See selbst: In einer Richtung wirkte er wie ein einfacher Steppensee, in der anderen Richtung wie eine türkise Leinwand für futuristische Stadtentwicklungskunst. Ein schönes Ziel jedenfalls für eine nicht wirklich kalte, trotzdem aber insgesamt recht eisige Radtour!

Stadtentwicklung à la viennoise

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